Bezahlung von Ärzten (und die Folgen)

Ein guter Artikel bei n-tv sowie der Eintrag bei Wikipedia zum Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) erklären das System zur Bezahlung von Ärzten (bei Kassenpatienten) sehr anschaulich.

Ich bin auf das Thema gekommen, weil ich kürzlich ein Treffen mit mehreren Fachärzten (Allergologen) besuchen konnte und alle über “EBM 2009″ schimpften. Kein Wunder: für diese Facharztgruppe wurden Pauschalbeträge eingeführt, so dass es nun völlig egal ist, wieviele Behandlungen und Tests an dem jeweiligen Patienten vorgenommen werden - es bleibt immer bei der gleiche Punktzahl pro Patient.

Das hat zur Folge,

  • dass die Ärzte nur noch die absolute Standardbehandlung vornehmen (keine Extrauntersuchungen mehr, wenn z.B. nicht gleich bei der ersten Behandlung der Grund für ein bestimmtes Leiden entdeckt wurde)
  • dass chronisch-kranke Patienten “hinten runter fallen”
  • und dass immer mehr Tätigkeiten vom Arzt auf die medizinischen Fachangestellten übertragen werden.

Vor allem der letzte Punkt ist für uns interessant, da die Ärzte explizit mehr Weiterbildungsmaßnahmen für Medizinische Fachangestellte gefordert haben (”Macht doch endlich mal was für die”). Bei Spirit Link erstellen wir derzeit bereits “Schwesternkurse” für einen Medizinproduktehersteller. Je wichtiger die Medizinischen Fachangestellten in der Praxis werden, desto mehr rücken sie in den Fokus des medizinischen Marketings.

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